Kathrin Tschorn

Redaktion | Lektorat | PR

Wilde Tiere im Garten: Die Biene

Obwohl Bienenstich eine Delikatesse ist, ist ein Bienenstich nicht wünschenswert. Trotz der Auslösung juckender Hautreizungen und enormer Schwellungen, erfreut sich das gestreifte Insekt, das sie hervorruft, einiger Beliebtheit. Ob die Menschen vor 1976, als die im Eimerchen Blütenstaub sammelnde Biene Maja das Licht der ZDF-Welt erblickte, Bienen (Apiformes) wohl auch zu schätzen wussten?

Am sichersten für uns Menschen ist es natürlich, sich gar nicht erst stechen zu lassen. Von Natur aus friedfertige Tiere, verteidigen sich Bienen nur bei unmittelbarer Bedrohung auf die ihnen einzig bekannte Weise. Hat es Sie dann erwischt, so bleibt der Stachel mit seinen Widerhaken stecken; die bedauernswerte Biene ist zum Tode verurteilt. Sie aber kratzen am besten über die Wunde, bis der Stachel sich löst und dann wird gekühlt.

Der diffuse Begriff Biene ist etwas verwirrend, wenn man bedenkt, dass etwa 20 000 Arten über die Welt verteilt leben, von denen etwa 500 durch unsere heimische Landschaft surren. Was wir als Biene bezeichnen, ist meistens die einzelne Art Apis mellifera, die Westliche Honigbiene. Dass sie zum Synonym für alle Bienen dieser Erde avancierte, verdankt sie vermutlich auch der Tatsache, dass sie im stattlichen Verbund Honig produziert. Die meisten anderen Bienen geben sich weder gern mit Artgenossen ab – sie leben solitär – noch stellen sie sich für die fließbandartige Produktion von Imkers Honig zur Verfügung. Einige Bienen, die sogenannten Kuckucksbienen, sind sogar zu faul, sich eigene Nester zu bauen und legen ihren Nachwuchs lieber in gemachte Waben.

Die Westliche Honigbiene verbringt ihre Zeit gerne in einem Verbund von bis zu 60 000 Tieren, die tagein tagaus Waben aus Wachs bauen, in denen sie Honig und Nachwuchs verstauen, und in emsiger Fleißarbeit Honig aus Blütennektar oder Honigtau herstellen. Nur eine Biene im rein weiblichen Nest, die Königin, legt täglich bis zu 2000 Eier und hindert durch ein Hormon die Arbeiterinnen daran, selbst Nachwuchs zur Welt zu bringen. Erst später im Jahr werden männliche Bienen (Drohnen) geboren, die der Paarung dienen und nicht wie Willi Pollen sammeln. Wird es durch hemmungslose Paarungsorgien zu eng im Nest, bildet das Volk neue Königinnen aus und teilt sich.

Eine einzelne Biene, die Ihre Gartenblumen bestaunt, hat meistens gute Laune. Und selbst ein Bienenschwarm an einem Baum oder einer Hauswand bedeutet keine direkte Gefahr. Rufen Sie aber besser die Feuerwehr oder einen Imker. Und genießen Sie ein Stück Bienenstich.

Veröffentlicht im Falkenseer Kurier Nummer 7, Jahrgang 4, Juli 2006.

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am 30. Juli 2006 von in Natur, Tiere.
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